Wie steht es wirklich um den Rotmilan

Mehr als die Hälfte aller Rotmilane der Welt lebt in Deutschland, besonders viele dieser Greifvögel gibt es in Sachsen-Anhalt. Etwa 2 000 leben zwischen Altmark und Burgenlandkreis. Allerdings ist die Population der Rotmilane in den vergangenen 20 Jahren um etwa die Hälfte zurückgegangen und das Fortbestehen der Vogelart ist ernsthaft bedroht.

Daher beschloss der Landtag 2014, den Rotmilan zukünftig besser zu schützen und unter anderem das Heineaneum in Halberstadt als Kompetenzzentrum für den Rotmilan zu etablieren. Der Ausschuss für Umwelt und Energie informierte sich am Mittwoch, den 13. Juni 2018, vor Ort über die aktuelle Situation des Greifvogels.

„Der Rotmilan liegt uns besonders am Herzen, denn global gesehen trägt Deutschland die größte Verantwortung für diesen Vogel“, betonte Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz sei der Rotmilan besonders streng geschützt, die Ursachen für den Rückgang der Vogelart seien vielseitig, unter anderem kollidiere der Rotmilan häufig mit Windkraftanlagen. Aber auch invasive Arten wie der Waschbär oder fehlende Nahrung (Feldhamster), hätten einen negativen Einfluss auf den Bestand.

Stefan Fischer vom Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (LAU) fügte hinzu, schon kleine Maßnahmen, die heute getroffen werden, könnten langfristig großen Einfluss auf die Population haben – sowohl in die positive als auch die negative Richtung. Derzeit prognostiziere ein Populationsmodell eine Halbierung des Bestandes in den nächsten 50 Jahren, wenn die jetzigen populationsökologischen Parameter beigehalten würden.

Thema Rotmilan im Landtag von Sachsen-Anhalt